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Chemnitz - Sieger des Marktbrunnenwettbewerbs steht fest

1. Platz Daniel Widrig - Entwurf "Manifold" 1. Platz Daniel Widrig - Entwurf "Manifold" Foto: Stadt Chemnitz/Wolfgang Schmidt

Entwurf „Manifold“ überzeugt gegen 113 weitere Einreicher

Der Sieger des Marktbrunnenwettbewerbs steht fest. Es ist das Werk des in London lebenden deutschen Künstlers Daniel Widrig mit dem Titel „Manifold“. Das verkündete heute Baubürgermeister Michael Stötzer. „Wir hatten eine riesige Bandbreite an Entwürfen. Das war sehr erfreulich, machte die Entscheidung aber auch schwierig.“ Nach zweitägiger intensiver Beratung und Diskussion legte sich die Jury „relativ einstimmig“ auf die drei Platzierungen fest. Die Vorsitzenden, Else Gabriel, Professorin für Freie Kunst und Bildhauerei, hat den Sieger kurz nach der Entscheidung bereits informiert.

Aus den 114 eingereichten Entwürfen des von der Stadt organisierten offenen internationalen künstlerischen Wettbewerbs wurden 9 Finalisten von der Jury ausgewählt. Seit gestern diskutierten sie intensiv über die Platzierungen.

Für den Brunnenbau ist ein Budget von 450.000 Euro vorgesehen. „In diesem Jahr wird die Ausführungsplanung in Auftrag gegeben. Mit dem Bau des Brunnens soll dann 2020 begonnen werden“, zeigt Michael Stötzer die weiteren Schritte auf.

1. Platz Daniel Widrig - Entwurf "Manifold"
Begründung der Jury: Die Jury hat Manifold von Daniel Widrig den ersten Platz zuerkannt. Rotationssymmetrische plastische Körper zählen zu den Urformen des industriellen Zeitalters. Die bis drei Meter hohen Plastiken wechseln von großvolumig ausladenden bis zu fragilen, schmalen Querschnitten. Die Plastikgruppe lässt lebendige, von quellendem Wasser und wechselndem Licht konturierende Körper entstehen. Sie bilden eine Gruppe auf dem Markt.

Die Formsemantik des plastischen Ensembles greift weit zurück zu den Anfängen des Industriellen und lässt gleichzeitig Gebilde aufscheinen, die uns Künftiges erahnen lassen.

Die Oberfläche ist spiegelnd angelegt, in der sich nicht nur die Umgebung des Marktplatzes reflektiert, sondern die auch in Dialog tritt mit den Betrachterinnen und Betrachtern. Feine Wasserfäden geben dem Raum eine hohe Nutzungsqualität und Vielfalt.

Der Entwurf lässt nach Auffassung der Jury am besten eine lebendige Begegnungsstätte zwischen den Objekten und Wasser erwarten.

„Die bis zu 2,80 Meter großen Plastiken bestehen aus einem glänzenden, hellen Edelstahl und im Zusammenspiel mit dem Wasser werden sie ein interessanter Blickfang auf dem Markt“, verspricht Michael Stötzer.

2. Platz Mojca Kocbek Vimos – Entwurf: Roter Bogen
Begründung der Jury: Die Jury hat dem Roten Bogen von Mojka Kocbek Vimos den zweiten Platz zuerkannt, da sich das Modell durch eine klare formale Gestaltung und hohe Präsenz auf dem Marktplatz auszeichnete. Die Künstlerin bezog die umliegende Architektur etwa der Rundbögen des Rathauses in die Formgestaltung mit ein, ohne sich der Stadt unterzuordnen, um eine höchstmögliche Signalwirkung zu erreichen. Sie erfüllt damit den Anspruch, einen Marktbrunnen mit einer hohen Wiedererkennungskraft zu schaffen. Formal griff sie durch die technoide Gestaltungsweise auf regionale Traditionen zurück, etwa dem Maschinen- und Automobilbau, aber auch der Textilindustrie. Ohne affirmativ ein Hohelied der Technokratie zu feiern, setzt sie die künstlerische Souveränität und das gestalterische Zitat hinsichtlich der Formgestaltung der letzten 50 Jahre über die Unterwerfung unter die Technik und behauptet damit den Primat von Gestaltung und Kommunikation. Denn der Entwurf weist auch eine hohe Funktionalität mit Blick auf Ermöglichung kommunikativer Begegnungszonen auf. Das Material Edelstahl und die Art und Weise der farblichen Behandlung mit einer Schicht Polyurethanlack und Epoxy-Grundierung versprechen eine hohe Langlebigkeit und Robustheit.

3. Platz Dagmara Genda – Entwurf: Fontäne
Begründung der Jury: Die Besonderheit der Gestaltung des Brunnens wird in der Ausformung in die Tiefe des Marktplatzes gesehen, aus der ein Springstrahl in unterschiedlichen Höhen entspringt. Durch die Gestaltung der Höhensprünge in Form von ovalen Stufen wird eine Aufenthaltsqualität geschaffen, die als Treffpunkt auf dem Marktplatz geeignet ist. Als Bezug für die Höhe des Springstrahls wird die aktuelle globale Diskussion und Problematik des Klimawandels gewählt, in dem sich die Höhe des Meeresspiegels zu unterschiedlichen Tageszeiten am Wasserstand ablesen lässt. Der Brunnen soll aus europäischem Granit geschaffen werden, der in verschiedenen Bereichen unterschiedlich bearbeitet wird, um Kontraste zu erzeugen. Die Juryentscheidung wurde zu Gunsten eines Brunnenentwurfes getroffen, der sich in der Höhe deutlicher in der Umgebung des Marktplatzes präsentiert.

Eine Jury, bestehend aus der Kunsthistorikerin Susanne Altmann, der Professorin für Freie Kunst und Bildhauerei, Else Gabriel, des Formgestalters Prof. Karl Clauss Dietel, des Landschaftsarchitekten Stefan Leiste, des Professors für Flächendesign, Jörg Steinbach, des Rektors der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Matthias Flügge und des Direktors der Kunstsammlungen Chemnitz, Frédéric Bußmann, haben gemeinsam mit den sechs Sachpreisrichtern, Michael Stötzer, Bürgermeister Stadtentwicklung und Bau, Ulf Kallscheidt, Fraktion SPD, Thomas Lehmann, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kai Tietze, Fraktion DIE LINKE, Sandro Schmalfuß Fraktionsmitarbeiter der Vosi/Piraten und Prof. Christian von Borczyskowski, Henry van de Velde Gesellschaft Sachsen, und zwei stellvertretenden Sachpreisrichtern Joachim Zschocke, Fraktion PRO Chemnitz, und Ferenc Csák, Leiter des Kulturbetriebs, aus 114 Einsendungen die Arbeiten der neun internationalen Künstler ausgewählt.

Hinweis: Noch bis zum 28. Juni kann der Siegerentwurf und die acht weiteren Modelle in den Kunstsammlungen Chemnitz besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

 

 

Quelle: Stadt Chemnitz

 

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