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Dresden - 1,8 Millionen Euro für Zukunftsstrategie zur Belebung der Dresdner Innenstadt

Dresden - 1,8 Millionen Euro für Zukunftsstrategie zur Belebung der Dresdner Innenstadt

Verwaltung, Kultur und Handel bereiten vielfältige Maßnahmen vor

Die Dresdner Stadtverwaltung arbeitet zusammen mit Partnern an einer Zukunftsstrategie für die Innenstadt. Für dieses Projekt mit dem Titel „DD findet InnenStadt“ liegt nun der Zuwendungsbescheid vor: Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt im Rahmen des Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ rund 1,83 Millionen Euro zur Verfügung.

Worin besteht das Projekt?
Die Landeshauptstadt Dresden will eine integrierte Handlungsstrategie erarbeiten und das Stadtzentrum beleben, weil die Besucherfrequenz tendenziell abnimmt und zunehmend mehr Ladenlokale leer stehen. Ziel ist eine zukunftsfähige und krisenfeste Innenstadt als Ort für Handel, Arbeit, Wohnen, Kultur, Freizeit und Gemeinschaft im Sinne der „Neuen Leipzig-Charta 2020“. Besonderes Augenmerk liegt auf den Möglichkeiten von Kultur- und Kreativwirtschaft. Leerstehende Räume sollen mit innovativen Nutzungsideen aus Kultur und Kreativwirtschaft, Pop-Up-Stores, Handwerk und Bildung bespielt werden und so zur Belebung und Funktionsvielfalt beitragen. Möglichkeiten der Digitalisierung werden untersucht und umgesetzt, der öffentliche Raum baulich und mit neuen Marktkonzepten aufgewertet sowie der Tourismus über ein modernes Fußgängerleitsystem gestärkt. Ein wesentlicher Aspekt für das Gelingen des Projektes „DD findet InnenStadt“ ist es, alle innenstadtbezogenen Akteure einzubeziehen und die schon bestehenden Netzwerke auszubauen. Ein Fachbeirat Innenstadt mit Vertretern aus Handel, Gastgewerbe, Immobilienwirtschaft, Wissenschaft, Tourismus, Handwerk sowie eine ämterübergreifende Task Force unter Leitung des Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften bilden das Akteursnetzwerk. 

Stephan Kühn, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften, erläutert: „Wir wollen für Dresdens ‚gute Stube‘ eine Zukunftsstrategie erarbeiten und dabei die Bürger beteiligen. Nach schwierigen Jahren möchten wir die Bedingungen für Handel und Gewerbe nachhaltig verbessern. Handwerk und inhabergeführte Geschäfte sollen zurück in die Innenstadt. Das Projekt soll dazu beitragen, die Innenstadt zu beleben und sie für die Herausforderungen Klimawandel und Digitalisierung fit zu machen.“

Dr. David Klein, Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, ergänzt: „Um die Innenstadt lebendig und zukunftsfähig zu gestalten setzen wir mit dem Projekt ‚Kreativ.Raum.Börse‘ vor allem auf das Innovationspotenzial der Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben uns gezeigt, wie wichtig die Vernetzung mit anderen Branchen ist. Daraus resultiert auch unser ressortübergreifender Projektansatz. Der über das Projekt angemietete Leerstand gibt Akteuren aus Kunst und Kultur- und Kreativwirtschaft den notwendigen Experimentierraum für hybride Projekte und lädt zum Besuchen ein.“ 

Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, spannt den Bogen von der Kultur zur Innenstadt als Wirtschaftsstandort und Arbeitsort: „Auch wenn sich die Rolle des Handels für die Innenstadt wandelt, bleiben gute Wirtschaft und Arbeit essentieller Teil einer lebendigen Innenstadt. Neue Räume und Formate bringen Menschen mit ihren Talenten und Knowhow zusammen. Von Handwerk bis Hochtechnologie sollen so kollaborativ neue Ideen und Geschäftsmodelle für die Zukunft entstehen. Ganz konkret wollen wir mit dem Ausbau neuer Marktkonzepte wie den ‚Märkten der Zukunft‘ den Konsum mit kulturellem Genuss verbinden und so die Aufenthaltsqualität verbessern.“

Toni Kunze, Vorstandsmitglied im City Management Dresden e. V., sichert die breite Unterstützung des Dresdner Einzelhandels für das Projekt zu: „Die tiefgreifenden Veränderungen in unserer Innenstadt, hervorgerufen durch die lange Zeit der Corona-Pandemie, die Energiekrise, die Inflation sowie den Strukturwandel im Einzelhandel stellen uns vor immer größere Herausforderungen. Die zusätzlichen Mittel aus dem Förderprogramm ermöglichen uns, das bereits bestehende Akteursnetzwerk weiter auszubauen und die Entwicklung des Leerstandes in der Dresdner Innenstadt weiter zu analysieren. Mit der Initiierung zusätzlicher Events möchten wir die Innenstadt attraktiv gestalten und dieser Entwicklung entgegenwirken.“

Was ist die Ausgangslage des Projekts?
Das Projektgebiet Innenstadt entspricht dem sogenannten „26er Ring" mit den Schwerpunktlagen des innenstadtrelevanten Einzelhandels, der Hotellerie und Gastronomie sowie der städtischen Hochkultur. In Dresden sind, trotz der durchaus bestehenden Funktionsmischung, die in fast allen Städten zu verzeichnenden problematischen Tendenzen der Innenstädte vorhanden. Sie wurden durch die Corona-Pandemie verstärkt und beschleunigt. Der Einzelhandel gilt gemeinhin als Motor und Impulsgeber der Stadtentwicklung. Die Corona-Pandemie hat den seit Jahren bestehenden Strukturwandel im Einzelhandel in Richtung E-Commerce deutlich beschleunigt und setzt den stationären Einzelhandel unter Druck. Augenfällig wird dies durch leerstehende Ladengeschäfte. Es bedarf attraktivitätsfördernder Maßnahmen, um potenzielle Innenstadtbesucher (wieder) zu einem Besuch und Aufenthalt in der Innenstadt zu animieren. 

Was bringt das Projekt den Dresdnerinnen und Dresdnern?
Die Herausforderungen für die Innenstadt beschränken sich nicht auf die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie für Handel und Gewerbe. Die Innenstadt soll im Hinblick auf vielfältige Aspekte zukunftssicher gestaltet werden. Die Neue Leipzig-Charta für die Stadtentwicklung benennt Klimawandel, sozialen Zusammenhalt und Digitalisierung als zentrale Problemstellungen. Die Innenstadt als funktionsgemischtes Zentrum zu erhalten, ist Ziel einer gemeinwohlorientierten, integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung. Handlungsleitend sind die drei Dimensionen der Neuen Leipzig-Charta: Die gerechte Stadt (bezahlbarer Wohnraum, soziale Infrastruktur, Smart City u. a.), die grüne Stadt (grüne Infrastruktur, Baukultur, Stadt der kurzen Wege) und die produktive Stadt (Handel der Zukunft, Zwischen- und Umnutzung, neue Arbeitswelten).