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Erfurt - Stadtmuseum erwirbt bedeutende Schärpe aus der Revolution 1848

 Von links: Dr. Martin Sladeczek (Direkter der Erfurter Geschichtsmuseen), Dr. Steffen Raßloff (Historiker) und Hardy Eidam (Oberkurator Stadtmuseum) präsentieren die Schärpe im Stadtmuseum Von links: Dr. Martin Sladeczek (Direkter der Erfurter Geschichtsmuseen), Dr. Steffen Raßloff (Historiker) und Hardy Eidam (Oberkurator Stadtmuseum) präsentieren die Schärpe im Stadtmuseum Stadtmuseum Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Das Stadtmuseum Erfurt ist um ein weiteres Objekt Erfurter Kulturgeschichte reicher. Bei einer Auktion ist es gelungen, die schwarz-rot-goldene Schärpe des bedeutenden Thüringer Demokraten Hermann Alexander Berlepsch (1813-1883) aus der Revolution 1848 zu ersteigern. Heute wurde die Schärpe erstmals präsentiert.
Mit der Revolution 1848/49 erreichte die liberal-demokratische Nationalbewegung in Deutschland ihren Höhepunkt. In der seit Mai 1848 tagenden Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche sollte die freiheitliche Verfassung für einen deutschen Nationalstaat ausgearbeitet werden. Zu den anwesenden Thüringer Demokraten zählte der Erfurter Buchhändler Hermann Alexander Berlepsch. Er organisierte 1848 die „Thüringer Volkstage“, mit denen im Land der Kleinstaaten die „Erschaffung der Einheit im Thüringer Volke“ erzielt werden sollte. Damit legte er auch den Grundstein des Freistaates Thüringen. Nach dem Scheitern der Revolution flüchtete Berlepsch in die Schweiz und verstarb 1883 in Zürich.

In einem Schweizer Auktionskatalog tauchte nun jüngst die prächtige Schärpe in den schwarz-rot-goldenen Farben der Nationalbewegung auf. Nachweislich wurde sie Berlepsch auf dem 2. Thüringer Volkstag 1848 in Ohrdruf überreicht. Eine vergoldete Schnalle mit Eichenlaub trägt den Namen des Stifters.

Identifiziert wurde die kommentarlos angebotene Schärpe von dem Historiker und Vorsitzenden des Fördervereins Dr. Steffen Raßloff. Für ihn war es „ein herausragendes Symbol der Erfurter und Thüringer Demokratiegeschichte“, das für die Erfurter Stadtgeschichte gesichert werden musste. Mit Hilfe des Oberkurators Hardy Eidam und dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins konnte das Exponat für das Stadtmuseum erworben werden. Es wird im Rahmen einer Ausstellung 2023 in einem erweiterten Kontext präsentiert.