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Gera - Die „Weiße Elster“ wurde als Flusslandschaft des Jahres 2020/2021 ausgezeichnet – nun gilt es, die Auszeichnung bestmöglich zu nutzen

Viele Regionalkonferenzen und zahlreiche Vorarbeiten führten die Mitstreiter der Initiative „Flusslandschaft des Jahres“ zum Erfolg: Die „Weiße Elster“ wurde als solche von Berliner Gremien der Bundes-Naturfreunde und Angler ausgezeichnet. Doch auf den Lorbeeren wollen sich die Akteure entlang des Flusses nicht ausruhen. Nun gelte es, die Auszeichnung zu nutzen, um größtmögliche Aufmerksamkeit auf den Fluss zu lenken. Dies erklärte Tilo Wetzel, Mitglied im Vorstand der Naturfreund Gera, der das Thema maßgeblich vorangetrieben hatte.

Dabei sei die Flusslandschaft durchaus kein einheitlicher historischer Kulturraum, wie Referent Matthias Prasse erklärte. Dies sei aber ein Vorteil, weil die Elster sehr vielfältig sei. Beispielsweise gibt es in Adorf Flussperlen, in Oelsnitz regierte erstmals ein kommunistischer Bürgermeister, in Plauen residierte der Deutsche Orden, in Wünschendorf ist mit der Veitskirche eine der ältesten Thüringer Kirchen zu finden. Insgesamt 83 Burgen, Schlösser und Herrenhäuser seien entlang der Elster verortet. In Zeitz leben die meisten Erben von Luther und auch die Geschichten um Dracula und der Freischütz fänden ihre Wurzeln entlang des Flusses. An der Einmündung zur Saale habe 933 die Schlacht bei Riade stattgefunden, welche als Geburt der deutschen Seele gesehen wird.

Der 257 Kilometer lange Fluss entspringt in Tschechien und verbindet die Bundesländer Sachsen, Thüringen sowie Sachsen-Anhalt miteinander. Es gibt fünf Planungsregionen entlang der Weißen Elster, die schließlich bei Halle in die Saale mündet. Damit ist die Weiße Elster der wichtigste Fluss Mitteldeutschlands. Mehr als 1,5 Millionen Menschen leben im 5.300 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Heike Taubert gratulierte zur Auszeichnung und wies auf die Bedeutung von Flüssen für den sie umgebenden Lebensraum hin. Sozialdezernentin Sandra Wanzar richtete in Vertretung des Oberbürgermeisters herzliche Glückwünsche zum Erfolg aus und bedankte sich für das Engagement. Die offizielle Proklamation der Weißen Elster zur Flusslandschaft des Jahres 2020/2021 wird am 21. März 2020 in Gera durch das Bundesumweltministerium erfolgen, einen Tag vor dem Weltwassertag. Der technische Geschäftsführer der Wismut-GmbH, Dr. Paul, gratulierte ebenso wie der Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft und ein Vertreter des Tourismusverbandes Vogtland. Vertreter aus Naturschutz- und Anglervereinen aller drei Bundesländer waren anwesend. Mit der Initiative wollen die federführenden NaturFreunde-Landesverbände und Landesanglerverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die länderübergreifende Zusammenarbeit auf den Gebieten Umwelt- und Naturschutz, (Wasser-)Wandern und Radfahren, im Bereich des sanften Tourismus, beim Hochwasserschutz sowie bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie intensivieren.

Im Kampagnenzeitraum geplant sind unter anderem die Initiierung von regionsübergreifenden Projekten zur Stärkung der Gewässerstrukturvielfalt, die Ausweisung von sogenannten Natura Trails in den Natura-2000-Gebieten der Kernhandlungsräume Plauen, Gera und Zeitz, verstärkte Besatzmaßnahmen und Fischansiedlung im Einzugsgebiet der Weißen Elster sowie die Stärkung umweltpädagogischer Angebote. Die öffentliche Aufmerksamkeit, die durch die Verleihung des Ehrentitels erreicht wird, soll zudem genutzt werden, um breite Teile der Öffentlichkeit länderübergreifend einzubeziehen, den Interessensausgleich der unterschiedlichsten Gewässernutzer zu unterstützen und über das Jahr 2021 hinaus auszubauen. Aktivitäten sind beispielsweise geplant zum Tag der Umwelt am 27. Juni. Gera hatte erst im letzten Jahr mit der Eröffnung eines „Elsterstrandes“ die Einwohner der Stadt animiert, die Flussregion stärker zu beleben.

Vorgängerinnen der Weißen Elster waren die Flüsses Lippe (2018/19), Trave (16/17), Argen (14/15), Helme (12/13), Emscher (10/11), Nette (08/09), Schwarza (06/07), Havel (04/05), Ilz (02/03) und Gottleuba (00/01).

 

Quelle: Stadt Gera

 

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