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Gera - Schloss Osterstein - Facetten einer Residenz

 Blick in die Ausstellung: Detail eines Schlossmodells im Zustand um 1930 Blick in die Ausstellung: Detail eines Schlossmodells im Zustand um 1930 Foto: Stadtmuseum

Sonderausstellung im Stadtmuseum Gera vom 8. Juni 2021 bis 27. Februar 2022

 

Beeindruckende Burgen und Schlösser gibt es viele in Deutschland. Der Osterstein war nicht nur ein Schloss, er war der Sitz einer Landesherrschaft, eine Residenz, und nimmt damit auch in der Thüringer Landesgeschichte eine herausgehobene Position ein. Das Schloss war der Ort, von dem aus rund 700 Jahre lang die Geschichte Geras und von Teilen Ostthüringens bestimmt und geleitet und – mit der Abdankung Heinrichs XXVII. am 11. November 1918 – auch das Ende der reußischen Monarchie besiegelt wurde.

 

Die neue Ausstellung im Stadtmuseum Gera erzählt ab 08. Juni 2021 anhand von rund 150 Objekten die Geschichte des Ortes und des Schlosses von der Bronzezeit bis ins 20 Jahrhundert. Für die inhaltliche Arbeit konnten renommierte Historiker u.a. aus Dresden und Weimar gewonnen werden. So bietet die Ausstellung neue Erkenntnisse über das Alter des Bergfrieds, die Schlosskapelle, die Bedeutung der zahlreichen Hohlwege am Osterstein und die Beseitigung der Schlossruine nach 1945.

 

 

Seit Anfang des 13. Jahrhunderts bildete die Burg auf dem Hainberg den Mittelpunkt einer Teilherrschaft der Vögte von Weida. Ein Zweig der Familie nannte sich fortan Vögte von Gera. Die Vögte oder Herren von Gera – wie sie sich seit etwa 1370 nannten – starben 1550 aus. Trotz der schwierigen und gefahrvollen Zeit des Religionsstreits konnte die Greizer Linie der Vögte – die Reußen – in den Folgejahren die Geraer Herrschaft für sich gewinnen und übernehmen. Bereits 1564, nach einer reußischen Landesteilung, wurde Gera erneut die „Hauptstadt“ einer Herrschaft und Schloss Osterstein der Sitz der Herren und späteren Grafen und Fürsten Reuß jüngerer Linie.

 

Im 19. Jahrhundert wurde der Osterstein auch zum Werbeträger und Identifikationsort. Die Geraer waren stolz auf ihr malerisch im Wald und oberhalb der Elster gelegenes Schloss. Der Blick über den Fluss nach Untermhaus und hinauf zum Schloss dürfte um 1900 das häufigste Ansichtskartenmotiv in Gera gewesen sein. Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte den Untergang des Schlosses. Bei einem der letzten Fliegerangriffe auf Gera am 6. April 1945 wurde es von amerikanischen Bombern getroffen und brannte vollständig aus. Die Ruinen wurden 1962 zum größten Teil beseitigt.

 

Weitere Informationen unter http://www.museen-gera.de.

 

Öffnungszeiten:

 

Dienstag bis Sonntag und Feiertage

11 Uhr bis 17 Uhr

 

Kontakt:

 

Stadtmuseum Gera

Museumsplatz 1

07545 Gera