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Leipzig - Holzhaus in Leipzig-Lindenau mit dem Architekturpreis der Stadt Leipzig ausgezeichnet

Der Architekturpreis der Stadt Leipzig zur Förderung der Baukultur 2019 ist vergeben. Oberbürgermeister Burkhard Jung und Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau haben einen Hauptpreis und zwei lobende Erwähnungen überreicht, die zuvor von einer unabhängigen Jury aus 18 eingereichten Beiträgen ausgewählt wurden. Der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Holzbauweise in Leipzig Lindenau erhält die höchste Auszeichnung, lobende Erwähnungen gab es für den Umbau des Portals und des Kundencenters im Finanzamt Leipzig I am Wilhelm-Liebknecht-Platz sowie den Kita-Neubau „Breitenfelder Strolche“.

Mit der Auslobung in diesem Jahr wurde der vor 20 Jahren ins Leben gerufene Preis zum elften Mal ausgeschrieben. Es konnten Bauwerke und Freiraumgestaltungen aller Art und Nutzung eingereicht werden, die in den Jahren 2016 bis 2019 im Stadtgebiet fertig gestellt worden sind, auch Umbauten waren zugelassen. Oberbürgermeister Burkhard Jung betont im Jubiläumsjahr der Auszeichnung: „Der Architekturpreis ist eine Erfolgsgeschichte. Dabei denke ich sowohl an die großen Beispiele, etwa den BMW-Neubau von Zaha Hadid, aber auch an die kleinen – wie das noch in die Baulücke gezwängte Stadthaus, das trotzdem von enormer Wirkung ist. In dieser Vielfalt und Bandbreite haben wir in den letzten 20 Jahren Werke ausgezeichnet, die architektonisch über ihre Zeit hinausweisen.“

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau beschreibt den Wandel, den die städtebauliche Entwicklung in dieser Zeit durchlaufen hat: „Im Gründungsjahr 1999 lag der Fokus des Architekturpreises darauf, innovative Bauten auszuzeichnen, die als Zeichen des Neuanfangs und der Leuchtturmprojekte einer von Verfall, Verkauf und Abbruch geprägten städtebaulichen Entwicklung positive Signale entgegensetzten. Zwei Jahrzehnte später geht es nicht mehr darum, der Schrumpfung entgegenzuwirken, sondern, im Gegenteil, trotz anhaltend hoher Bautätigkeit städtebauliche Qualität zu forcieren und zu sichern.“

Zu den Entscheidungen der Jury

Der vom Auslober unabhängigen Jury gehörten als Fachjuroren an: der Münchener Architekt Amandus Samsøe Sattler (Vorsitzender); die Berliner Architekten Prof. Gesine Weinmiller und Prof. Xaver Egger, der Darmstädter Architekt Dr. Matthias Fuchs und der Dresdener Landschaftsarchitekt Till Rehwaldt. Sachjuroren waren die Leipziger Professorin für Baugeschichte und Baukultur Prof. Dr.-Ing. Annette Menting und der Leipziger Kunsthistoriker Prof. Dr. Arnold Bartetzky.

Die Jury prämierte das 2018 entstandene Holzhaus in Leipzig-Lindenau der Baugemeinschaft Z8 GbR Leipzig, das nach einem Entwurf vom Leipziger ASUNA, atelier für strategische und nachhaltige architektur gestaltet wurde. Die Preisrichter lobten die Qualität des Entwurfs vor allem in Anbetracht gravierender Standortnachteile wie der hohen Lärmbelastung vor Ort sowie der spitzwinkeligen Grundstücksform: „Angesichts des Durchschnittsniveaus aktueller Neubauten war es noch unwahrscheinlicher, dass an dieser Stelle gute Architektur entstehen könnte, die dem bisher als etwas unwirtlich und amorph empfundenen Ort zu urbaner Qualität verhilft. Genau dies ist mit dem von Dirk Stenzel für eine Baugemeinschaft entworfenen Holzhaus gelungen.“ Und weiter heißt es: „Durch Bezüge in Höhen und Gliederungen kommuniziert das Haus mit seinen Nachbarbauten. Mit seinem in Leipzig bisher selten verwendeten Baumaterial und der dynamischen Eckrundung, mit der sich der Baukörper auf die Straßenkreuzung zu schieben scheint, setzt es aber zugleich einen markanten Akzent.“

Eine lobende Erwähnung erhielt der 2018 erfolgte Umbau des Finanzamtes Leipzig I des Leipziger Büros Knoche Architekten BDA im Auftrag des Freistaates Sachsen. In der Begründung heißt es: „Mit einer gezielten Intervention in die Fassade sowie mit neuen gliedernden Einbauten im Innern wurden nun eine stärkere Öffnung der Institution sowie eine überraschende Aufenthaltsqualität an einem Ort erzeugt, dem nicht wenige Bürger eher mit vorsichtiger Zurückhaltung begegnen.“ Die Wirkung dieser baulichen Neuordnung beschreiben die Juroren wie folgt: „Im Sinne einer neuen Begegnung und Kommunikation von Behörden und Bürgern wird mit diesem kleinen und feinen Umbau von Kundencenter und Zugang im Finanzamt Leipzig I ein äußerst gelungenes Konzept und eine Perspektive für den qualitätvollen Umgang mit dem Bestand von Institutionen aufgezeigt.“

Ebenfalls eine lobende Erwähnung erhielt die Kita Breitenfelder Strolche im Ortsteil Breitenfeld. Sie wurde in diesem Jahr im Auftrag der Stadt Leipzig fertiggestellt. In der Begründung heißt es: „Irlenbusch von Hantelmann Architekten haben augenzwinkernd drei Satteldächer giebelständig aneinandergereiht und damit mit Kinderaugen betrachtet ein Gebirge erschaffen, wobei das Monolithische durch eine strukturierte Putzfassade noch betont wird. Im Innern sind die drei Häuser klar ablesbar, schaffen kurze Wege und eine klare Orientierung. Das mittlere Haus öffnet sich luftig als Erschließungshalle, die Räume machen die Dachform im Innern erkennbar und greifbar, bieten im eigentlichen Wortsinn viel Luft, viel Raum für Kinder und Mitarbeiter des Hauses.“ Die unabhängige Jury des Architekturpreises hebt zudem hervor: „In Zeiten der angespannten finanziellen Situation der Kommunen und der komplizierten Kameralistik ist es umso anerkennenswerter, wenn mit reduzierten Mitteln solche Ergebnisse entstehen.“

Katalog zur Ausstellung sowie Festschrift erschienen

Die Ausstellung zum Architekturpreis ist zwischen dem 15. und 29. Oktober in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses zu sehen. Zugleich erscheinen ein farbiger Katalog sowie eine Festschrift zum Jubiläum. Beide können über die Geschäftsstelle Architekturpreis beim Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig gegen eine Schutzgebühr von je fünf Euro bezogen werden kann (E-Mail: JLIB_HTML_CLOAKING).

Weitere Informationen sowie eine Übersicht der Preisträger gibt es online unter www.leipzig.de/architekturpreis.

 

 

Quelle: Stadt Leipzig

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